ETRETAT
11. 7. 99
In Etrètat
zog es uns magisch in Richtung Strand. Dieser war dann auch wirklich schon in
5 Minuten erreicht; ein Kieselstrand mit vom Meer gerundeten Steinen, und links
und rechts bizarre Felskliffs mit den berühmten Felsentoren.
Da der Zeltplatz zu weit vom Strand entfernt war, beschlossen wir bis Sonnenuntergang
am Meer zu bleiben und danach auf dem Aussichtspunkt oben unser Nachtlager aufzuschlagen.
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Nach St. Malo
Ich
muss sagen, Le Havre haut mich nicht gerade vom Hocker. Eine riesige, grässliche,
vor allem aber stinkende (Achtung vor Ecken und Nischen) Industriestadt. Und
gerade hier mussten wir zwei Stunden auf den Bus nach Etrètat warten.
Was tun also zwei Frauen in so einer Notsituation? Sie öffnen ganz bestimmt
keine defekten Klos (grüessli an Anja :-D), nein, sie suchen sich ein "schönes"
Plätzchen und packen ihren Kocher aus. Das Resultat: ziemlich versalzene,
mehlige Spaghettis und eine Büchse Erbsli und Rüebli. Das Dessert
war dafür umso besser - McFlurry!
Dann endlich, die Zeit verging zwar recht schnell, kam der Bus. Wir bezahlten
die 40 Francs die der Chauffeur von uns verlangte und bekamen als Gegenleistung
5 (!!!) Tickets in die Hand gedrückt...für jede Haltestelle eins.
Etwa eine Stunde lang fuhren wir durch die Normandie...das Bild war immer das
selbe: Endlose Wiesen, Felder und Kühe; und mitten in der Pampa eine Disco
namens Le Petit Saint Tropez!
Anja
und ihre Kochkünste...wurgs!
Also
lagen wir so nichtsahnend da, genossen unsere ersten Augenblicke am Meer und
schauten der Sonne zu, die wie ein gleissender Feuerball (diese kitschige Wortwahl
habe ich bei Kirchi gelernt!...danke) am Horizont verschwand. Plötzlich
tauchte mitten in die Stille ein Franzose auf, drückte uns ein Tape in
die Hand und beharrte darauf, dass wir es abspielten. Er begann ziemlich komisch
dazu zu tanzen, immer mit einem mega Grinsen im Gesicht (sein Kopf war vom Alkohol
sowieso schon rot) schwenkte er seine Arme im Takt hin und her. Das ganze sah
so lustig aus, dass wir uns vor lachen die Bäuche hielten. Doch eines muss
man zu seiner Verteidigung sage, die Musik die er uns aufzwang war wirklich
genial...
Dies wurde später auch unser Feriensong.
Nach Sonnenuntergang
stiegen wir zum Aussichtspunkt hinauf, wo es deftig stürmte. Deshalb
versuchten wir gar nicht erst unser Zelt aufzubauen, sondern rollten auf der
Wiese nur unsere Iso-Matten aus und pennten unter freiem Himmel. Es wurde
zwar recht kalt, aber es war einfach absolut genial.
Diesem
Typ haben wir unseren
Feriensong zu verdanken.
Eine Kostprobe gefälligst? Bitte sehr:
Tomber
la chemise
Am
Morgen als wir aufwachten hatte sich das Wetter geändert. Es war kalt,
windig und total bewölkt. Kreischende Möwen drehten ihre Runden über
dem Meer was zu einer bedrückenden und irgendwie bedrohlichen Stimmung
führte. Deshalb verliessen wir Etrètat schnellstmöglich wieder
und fuhren mit dem nächsten Bus zurück nach Le Havre.
Morgenstimmung
in Etrètat