
Juheeeee, endlich sind
wir im Urlaubsort des deutschen Tourismus angelangt. Hier gibt es Deutsche
wie Bockwurst und Bier in der Bar. Praktisch jeder spricht englisch, und in
der Stadt hängt Werbung für die deutsche Telecom...
Aber nun einmal von Anfang an. Am Bahnhof in Lagos sind wir direkt in den
Gratis-Bus des Camping Imulagos, der ein bisschen ausserhalb ist, gestiegen.
Sicher 3/4 der Passagiere waren Deutsche...was auch sonst. Mit dem Zelt hatten
wir dass unsere liebe Mühe, da der Boden knochenhart war und unsere Heringe
jetzt alle krumm sind...Schoissegal, denn wir wollten endlich ans Meer. In
der Algarve herrscht aber auch eine Hitze, kaum auszuhalten. Und doch mussten
wir uns noch ein bisschen gedulden und zuerst einkaufen gehen...und siehe
da, es gab endlich unser Gas. Die erzwungene Fastenzeit von Knäckebrot
und Danone-Käse hat endlich ein Ende, juheeee!
Dann endlich kletterten
wir mit unseren Badeschlarpen (!!! super Rutschfest !!!) durch die ocker-
bis rotfarbenen Sandsteinfelsen, hinab in eine nicht so von Touristen belagerte
Bucht...und schon hat Andrea wieder zu viele Fotos geschossen, aber die Landschaft
ist einfach sensationell super mega giga schön!!
Schnell schmissen wir unsere Sachen etwa 2 Meter vom Meer entfernt hin, (...meinst
du es wird nass? nein nein, die Wellen sind ja nicht so hoch...) sprangen
jauchzend ins klare Wasser, um danach kreischend wieder hinauszuhüpfen....es
war eiszapfenkalt!!! ("kurzschwänzliwasser" wie gewisse Leute
hier sagen würden) Trotzdem konnten wir es nicht lassen wenigstens zwei
drei Züge zu Schwimmen. Dafür hatten wir jetzt nicht mehr heiss
und konnten uns gemütlich sonnen. Ich war gerade so am eindösen,
da hörte ich das laute Rauschen einer Welle. Dachte mir noch, das muss
eine mega Welle sein, und just im nächsten Moment waren wir und unsere
ganzen Badeutensilien pitschnass! Zum Glück sassen in der ganzen Bucht
nur noch ein paar popelige Deutsche, da war das ganze nicht so peinlich.
Mit unseren nassen Tüchern konnten wir am Strand nicht mehr so viel anfangen,
und sowieso hatten wir einen Bärenhunger. Also kletterten wir wieder
zum Camping zurück, wo wir endlich die Teigwaren kochten, die wir schon
seit Wochen umherschleppten. Was für ein Festmahl, und der "saugute"
Wein (oder war es vielleicht doch Essig?) den wir dazu schlürften (hinunterwurgten
wäre wahrscheinlich besser ausgedrückt) übertraf alles.
Nachdem wir nun ja körperlich wieder auf dem höchsten Stand waren,
zogen wir los ins Zentrum, um das im Interrail-Buch beschriebene "saugeile
Nachtleben" zu suchen...Tja, wir suchen noch heute! Ausser ein paar Bars,
einer Disco und einem riesen Haufen Deutsche fanden wir nämlich nichts.
Trotzdem setzten wir uns in eine Bar, schlürften einen Coktail und hörten
amüsiert den Geschichten eines 54-jährigen zu..."Das Universum
besteht aus einem Atom von 5x5x5 Metern...ich liebe Leila nun schon seit 20
Jahren...bla bla bla".


