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Tour 99

LISSABON

3. 8. 99

Da stellte sich die Frage...was machen wir eigentlich heute Abend?...keine Ahnung! Doch auch dieses Problem hatte sich schnell gelöst. Als wir das dämliche Schloss unserer Türe nich öffnen konnten, kamen uns 3 total verrückte Kanadier zu Hilfe: Andrew der Eitle, Lenny Leonardo und Adrian der älteste aber kleinste im Bunde. Sie machten sich gerade für eine Schaumparty hübsch (!!!), duschen, rasieren, einkleiden (Kommentar Anderw: Hey girls, which shorts shall I take tonight? The hearts or Winnie the Pu? *kicher*). Zusätzlich versuchten sie die ganze Zeit uns zum Mitkommen zu überreden. Vor allem Andrew konnte nie seine Klappe halten...hey girls, you looks like Party...it's partytime...come to party with us..blablabla. Aber wir liessen uns nicht umstimmen, denn obowhl wir eigentlich schon Lust gehabt hätten, waren wir viel zu Müde von der Sangria-Night am letzten Abend, und schliesslich hatten wir unser Zimmer ja nicht nur fürs Gepäck lagern bezahlt.
Wir blödelten noch ein bisschen mit ihnen herum, hörten Musik (yes everybody likes Pearl Jam), und gaben Andrew Tips zu seiner Kleidung (hey girls, look my shirt, isn't it sexy?) bis das Trio in den Ausgang aufbrach.
< Nach Arles

Nach einem letzten Frühstück am Strand, brachen wir unsere Zelte in Lagos ab und fuhren mit Zug und Schiff zurück nach Lissabon. Dort hatten wir auch ohne überhaupt zu suchen eine Unterkunft gefunden. Ein Typ bot uns ein Zimmer für 2000 Escudos in einer Pension an, und nachdem wir uns davon überzeugt hatten, dass es in Ordnung ist, sagten wir zu. Es war zwar nicht gerade gross, aber wenigstens sauber.
Nachdem die Zimmerfrage gelöst war, wollten wir im Bahnhof Rossio unseren Zug buchen gehen. (Geheimtip für alle die einen Platz im Süd-Express nach Hendaye/Paris reservieren wollen. Im Bhf Rossio am Schalter "International Reservations" dauert dies nur einige Minuten während man im Santa Apolonia eventuell stundenlang Schlange stehen muss.) Doch genialerweise war der Schalter schon geschlossen und wir mussten unsere Pläne wieder einmal ändern. Wir schauten uns noch ein bisschen in der Stadt um und kehrten dann zurück in die Pension.

Blick auf Lissabon vom Schiff
(3. 8. 99)
Nach den letzten Nächten in Zelt und Zug war es eine richtige Wohltat wieder einmal in einem rechten Bett zu schlafen. Doch leider war unser Fenster in Richtung Strasse gelegen, wo die ganze Nacht Lastwagen und Autos durchfuhren. Auch die spät heimkehrenden Leute aus der Pension fügten nicht viel zu einer ruhigen Nacht bei. Trotzdem waren wir am nächsten Morgen fit und munter, und latschten mit unserem Gepäck zum Bahnhof. Da mussten wir entsetzt feststellen, dass die Reise von Lissabon nach Arles etwa 26 Stunden dauert. Nichts desto trotz reservierten wir die Plätze, denn schliesslich müssen wir diese Strecke sowieso hinter uns bringen. Fast Oskarreif war dann aber, wie wir all unser Gepäck in ein kleines Schliessfach stopfen konnten. Das soll uns mal so schnell einer nachmachen!

So um 10 Uhr hatten wir dann endlich alles erledigt und hatten bis am Abend Zeit, die Stadt anzuschauen. Wir beschlossen, zuerst eine Blick in das riesige Einkaufszentrum "Armoreira" zu werfen. Unser Interrailbuch besagt, dass sich dort über 700 Läden und 12 Kinos befinden sollten. Also liefen wir wieder an unserer Pension vorbei, und wie es der Zufall so wollte, standen gerade die drei Kanadier auf dem Balkon. Nach einem kurzen Schwätzli, (sofern man dies bei einem Höhenunterschied von 5 Stockwerken überhaupt so nennen kann) verabschiedeten wir uns und zogen weiter.
Ich glaube, wir haben nach einem Tag Lissabon so ziemlich alles Sehenswerte dieser Stadt gesehen. Deshalb hatte es mich auch gar nicht gereut, dass wir nur so wenig Zeit hier verbracht hatten. Die ganze Stadt hatt mich sowieso nicht sonderlich angesprochen. Es ist alles so kahl und kalt, niemals so lebendig wie es in Barcelona war (sorry aber bin ein absoluter Barcelona-Fan geworden)
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Armoreira, der Traum jedes Shopping-Fans
In den schmalen Gassen Lissabons
Blick auf die Altstadt
Andrew und Lenny