
Nach über
zwei Stunden konnten wir uns endlich von dem gemütlichen Gärtchen
losreissen. Denn trotz Müdigkeit wollten wir noch etwas von dieser Stadt
sehen. Zuerst wollten wir uns aber noch etwas Gutes tun und gönnten uns
in einem typisch, französischen Bistro einen Jus d'Orange. Dass dieser
nur läppische 30 Francs (!!!) kostete, haben wir leider zu spät
erfahren.
Danach fuhren wir zuerst zur Jugi um unser Gepäck loszuwerden. Die Zimmer
waren zwar noch nicht frei, aber wir konnten wenigstens unsere Rucksäcke
in einem Locker verstauen. (Man bemerke: 40 Sekunden sind einfach zu kurz,
um das ganze Gepäck in ein viel zu kleines Fach zu stopfen!)
Unser Leben um 20 Kilo erleichtert, beschlossen wir, uns zuerst die berühmte Sacre Coeur anzuschauen. Die kitschige Kathedrale steht auf einem kleinen Hügel, woher man einen tollen Panorama-Ausblick über ganz Paris hat. Auch das Innere war nicht weniger beeindruckend, aber trotzdem nicht so unser Stil. Tausende von brennenden Kerzen und ein paar betende Leute die sich von den vielen Touristen nicht stören liessen.

8 Stunden
später sind wir endlich in Paris angekommen. Beide hundemüde von der langen
Fahrt, bei der wir trotz Ruhesessel nur etwa
2 Stunden Schlaf abbekommen hatten. Deshalb beschlossen wir uns zuerst in
einem der vielen schönen Pärklis auszuruhen. Also stiegen wir mit unseren
20-kg-Rucksäcken hinab in die Hölle...ähm ich meine in die Métro. Unser Ziel
war ein Garten in der nähe der Bastille,
eine Kollegin hat uns vor unserer Reise den Tip gegeben. Doch leider war der
Park um diese
Zeit noch geschlossen. (Danke Judith!!! :-D) Auf eigene Faust latschten wir
zum nächsten,
dem Jardin de Tuilerie. Und diesmal hatten wir mehr Glück. Es war ein
gemütlicher, wunderschöner Garten, mit einem riesigen Springbrunnen im Mittelpunkt.
Um dessen Rand standen mehrere Stühle, auf denen wir uns gemütlich breit machten.
Unsere Welt war hiermit wieder in Ordnung. Vögel zwitscherten, junge Entchen
drehten im Brunnen ihre Runden, und wir...schnarchten.
Natürlich stand auch der berühmte Eiffelturm auf unserem Besichtigungsprogramm. Nachdem wir zum Zmittag eine Portion französischer Frittes verdrückt hatten, wurg (pamp, pamp), standen wir nun also vor dem 320 Meter hohen Stahlmonster. Ich war echt beeindruckt, denn auf den Bildern kam mir der Turm nie so mächtig vor.
Zu müde, um noch an irgendetwas anderes als ans Schlafen zu denken, geschweige denn, das luxuriöse Nachtleben von Paris zu geniessen, schlurften wir in unsere Jugi zurück. Nachdem auch die anfänglichen Schwierigkeiten unsere Türe zu öffnen bewältigt waren (grosses Dankeschön an den netten Herr von nebenan), fielen wir nur noch todmüde ins Bett.

Nach 12 Stunden Schlaf waren wir endlich wieder fit. Nach einem recht üppigen Frühstück in der Jugi, führte unser Weg (samt Rucksäcken) am Centre Pompidou, dem hypermodernen Bau aus Glas und Stahlrohren vorbei, zum kuriosen Tingueli-Brunnen.
Hiermit war unser Aufenthalt in Paris beendet. Natürlich hatten wir noch längst nicht alles gesehen, was es zu Sehen gäbe. Dies würde Wochen dauern und wir hatten schliesslich noch einiges vor. Also fuhren wir am Mittag mit dem Zug nach Le Havre ab, um von dort mit dem Bus nach Etrètat zu gelangen.

