Wir haben
eine sehr amüsante Fahrt mit dem Nachtzug von Barcelona hinter uns. Es
war so ein Zug, der in 6-er Abteile unterteilt war, und dessen Stühle
sich (freiwillig, bei Anja auch unfreiwillig) bis in die Horizontale ausfahren
lassen. Da wir die ersten waren, die dieses Abteil betraten, belagerten wir
praktisch das ganze Gepäckfach mit unseren Rucksäcken. Wir hängten
uns gerade so richtig gemütlich in die Stühle, da trat eine junge
Amerikanierin hinein. Nun war die Scheisse aber voll am Dampfen!!! Sie hatte
etwa doppelt so viel Gepäck wie wir zu zweit! Ein riesiger Rucksack,
ein Koffer, ein Postiwägeli und etwa zwei gefüllte Plastiktüten
gehörten zu ihrem Sortiment. Als sie nach etwa einer Stunde doch endlich
zufrieden war, wie sie ihr Gepäck verstaut hatte wurde es Zeit zur Körperpflege.
Eine halbe Dose Spray-Deo (ihr Kommentar: Sorry, but it's bether for you),
und natürlich ausgiebiges Abschminken. So nebenbei, es sass auch noch
so eine blonde, gepflegte Tusse, die ständig mit ihrem Natel spielte,
im Wagon. Doch die war längst nicht so amüsant wie die Amerikanerin,
deshalb zurück zum ursprünglichen Thema... Nachdem sie scheinbar
mit ihrem Aussehen und Geruch zufrieden war, (wir haben die ganze Zeit gefressen
und ihr amüsiert zugeschaut) knurrte wohl auch ihr der Magen. Sie packte
eine Riesentüte Knoblibrötli oder so etwas ähnliches aus. Auf
jeden Fall miefte das Zeugs einfach GRÄSSLICH! Das ganze Abteil war verpestet.
Dies übertönte soger den feinen Geschmack meiner Füsse die
ich einfach einmal aus meinen Schuhen in die Freiheit lassen musste (Tussi
rümpfte angewiedert die Nase).
Irgendwann stieg noch ein italienischer Interrailer zu. Auch er hatte natürlich
ein riesiger Rucksack. Wo er diesen aber schlussendlich verstaut hatte weiss
ich bis jetzt nicht...aber mit Sicherheit nicht in unserem Abteil.
Nun war Schlafenszeit für junge Amerikanerinnen gekommen. Sie stopfte
sich Ohropax in die Nase...ähhh Ohren und liess sich von einem unscheinbaren
Spanier, der irgendwann einmal zugestiegen war, das Licht löschen...
schnarch rechts, gerangel links und Anja mit ihrem Stuhl der sich immer selbstständig
machte. Ist es hier noch möglich zu Schlafen? Scheinbar, denn irgendwann
bemerkte ich, dass die Tusse wohl ausgestiegen sein musste. Stattdessen übernahm
ein junger Spanier, namens Ali, ihren Platz. Anfangs verhielt er sich recht
ruhig, doch dieser Zustand sollte nicht lange hinhalten. Denn scheinbar konnte
er nicht schlafen und begann deshalb Anja vollzuquatschen. Er war Früchteverkäufer
in Südspanien und wollte uns dazu überreden drei für Monate
bei ihm anzufangen. Ein verlockendes Angebot, welches wir leider ausschlagen
mussten. Als er hörte dass wir Schweizer sind, holte er stolz seine Toblerone-Schoki
hervor, begann zu mampfen und bot allen Mitinsassen grosszügig auch welche
an...(schliesslich hat Schokolade ja viel Zucker und das ist schlecht für
die Zähne. Er hat ja schon zwei Löcher, eines unten links und eines
unten rechts...blablabla *gähn*) Um 4 Uhr Morgens Schokolade zu essen
ist nicht gerade mein Ding, aber die Amerikanerin griff heftig zu. Da wir
beide ablehnten fragte uns Ali ob wir nicht etwas anderes essen wollten, er
hätte Fisch und Frittes dabei. Ha ha, wir lehnten ironisch ab, da wir
dachten es sei sowieso ein Witz. Und als er auf seine Tasche zeigte und sagte
dort sei der Fisch drin, lachten wir ihn nur aus. Unterdessen begann die Amerikanerin
mit ihrem Knoblizeugs wieder das Abteil zu verpesten. Mir drehte sich fast
der Magen, aber bei Ali weckte dieser "Geruch" scheinbar den Hunger.
Er packte ein Tupperwarebehälter aus seinem Koffer aus...und als er ihn
öffnete...wäääääääh, kam zum Knobligestank
noch eine Prise Fischwürze dazu. Er hatte tatsächlich kalten Fisch
und Frittes dabei. So nett wie er war bat er uns natürlich auch davon
an. IGITT ! Die Amerikanerin rümpfte angeeckelt ihre Nase und sagte ganz
entsetzt: "Fish and Chips at 5 o' clock in the morning !?!..sie knabberte
aber munter an ihrem Knoblibrötli weiter!!!!.